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Curriculum AAT®

Aggressivitätsauslöser (Bandura)

  • Lerninhalte: Was sind die provozierenden Situationen? Wann ist für den Teilnehmer Gewalt zwingend notwendig? Wieweit verstärkt Alkohol die Gewaltbereitschaft?
  • Lernziele: Das Infragestellen zwingender Notwendigkeiten. Das frühzeitige Erkennen gewaltaffiner Entwicklungen und der Rückzug oder die Schlichtung als Handlungsalternative.

 

Selbstbild zwischen Ideal- und Realselbst (Joffe/Sandler)

  • Lerninhalte: Das Ideal des Teilnehmers ist hart, unbeugsam, „cool“ und gnadenlos. Das reale Selbst ist dagegen leicht kränkbar, wenig selbstbewusst und als Versager abgestempelt.
  • Lernziele: Widerlegung der Hypothese der Teilnehmer „Härte macht unangreifbar“. Dissonanzausgleich durch veränderte Rollenerwartungen: Statt Unbesiegbarkeit, die kränkbaren Persönlichkeitsanteile akzeptieren.

 

Neutralisierungstechniken (Sykes/Matza)

  • Lerninhalte: Die Auseinandersetzung mit der real begangenen Tat. Die Analyse vorgeschobener Rechtfertigungen von Gewalttaten. Legendenbildung. Die Konfrontation der Neutralisierungen (‘das war doch halb so wild’) und die „Einmassierung des Realitätsprinzips“ (Redl) und die Folgen für das Opfer.
  • Lernziele: Das Wecken von Schuld- und Schamgefühl. Übernahme der Verantwortung für die Taten. Die Veränderung des Selbstbildes: Vom souveränen Kämpfer zum entschuldigenden Versager (Sykes/Matza, 1979).

 

Opferkommunikation (Rossner/Kuhn)

  • Lerninhalte Die Ängste, Behinderungen, Trauer, Schmerzen von Gewaltopfern. Filminterviews des Weißen Rings, Tonbandinterviews mit Gewaltopfern. Notarzt referiert über Opferfolgen. Der fiktive, nicht abgesandte Entschuldigungsbrief des Täters an sein Opfer über seine Tat, die nicht zu entschuldigen ist.
  • Lernziele: Opfereinfühlungsvermögen, Mitgefühl statt Verharmlosung, Hass und Härte. Betroffenheit über mögliche und reale Opferfolgen wecken.

 

Aggressivität als Vorteil (Bandura)

  • Lerninhalte: Die gewalttätige Unterwerfung zur Erhöhung des Selbstwertgefühls, das Opfer als ‘Tankstelle’ des Selbstbewusstseins. Anerkennung und Respekt durch eingeschüchterte Freunde.
  • Lernziele: Die Kosten-Nutzen-Analyse: Jede weitere Körperverletzung nach der vorzeitigen Entlassung kann Jahre an erneuter Haft kosten.

 

Provokationstests unter aktuellem Bezug (Farelly/Matthews)

  • Lerninhalte: Das Aufstellen einer Hierarchie irritierender kommunikativer Situationen von leichten Belästigungen bis zu aggressivitätsauslösenden Provokationen (Statuswippe / ABC-Formel).
  • Lernziele: Trotz Provokation gelassen bleiben. Das Austesten der eigenen Grenzen im kontrollierten Umfeld. Erkenntnisgewinn: Die größte Niederlage des Provokateurs ist das Ignorieren der Provokation.

 

Subkultur (Polsky)

  • Lerninhalte: Welche Rolle in der Gruppe der Gleichaltrigen verlangt welches Verhalten? Infragestellen der negativen, aggressiven Führungsrolle.
  • Lernziele: Analyse von Gruppenstrukturen. Steigerung der Antizipationsfähigkeit bei Gruppenzwängen. Erkenntnisgewinn: Der Durchsetzungsstarke kann sich in der Peer-Gruppe auch pro-soziales Verhalten leisten.

 

Institutionelle Gewalt (Waldmann)

  • Lerninhalte: Das Durchleuchten der justiziellen Wege aggressiver Insassen noch aggressiver zu machen. Subjektiv empfundene Erniedrigungen und Angriffe auf die Identität der Trainingsteilnehmer.
  • Lernziele: Feedback an die Trainer bezüglich der Gefahr der Identitätszerstörung. Beschwerdestrategien gegen Ungerechtigkeiten statt spontane Bedrohungen von Mitarbeitern oder Sachbeschädigung.
Jens Weidner, 1993

 

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